Wir stellen uns vor ....
Weit mehr als 50 Jahre begleitet mich nun schon ein Collie - damals fuhr ich mit meinem Opa im dicksten Winter und per Zug los, um einen Welpen auszusuchen, unseren
"Cherie", jeder im Ort kannte ihn. Seit 2002 gibt es die "blue fascinations" - eine kleine familiäre Liebhaberzucht, ausgeführt mit viel Herzblut und Sachverstand. Meine Hunde sind Familie und damit
steht es außer Frage, sie in Zwingern oder gar im Außenbereich zu halten. Sie sind dort anzutreffen, wo wir auch sind und sind uns angenehme Begleiter im Alltag.
Ein Collie begleitete mich durch meine Kindheit - wir sind der Rasse immer treu geblieben. Mittlerweile hat nun auch mein Enkel seine erste Ausstellung erfolgreich gemeistert und so begleiten uns
Langhaarcollies schon seit 5 Generationen - zu keiner Zeit haben wir die Entscheidung für diese liebenswerte treue Rasse bereut.
Beim einem Besuch einer Clubschau des DCC 1996 in Bad Düben sah ich zum ersten Mal blue-merle Collies aus damals führenden Zuchtstätten und war von diesem Farbschlag völlig begeistert, vorher hatte ich noch keinen blue-merle gesehen. Fest stand: genau so einen Collie möchte ich auch einmal haben. Die Begeisterung floss somit in den dann 5 Jahre später beim VDH beantragten Zuchtstättennamen ein und auch 30 Jahre nach dem Besuch besagter Schau ist meine Faszination für diesen Farbschlag ungebrochen, wenngleich ein perfekter blue-merle gar nicht einfach zu züchten ist. Mein erster Wurf 2002 musste dann auch "ein blauer sein" - was sonst - und bescherte mir 3 blaue und einen tricolour Rüden - kein blaues Mädchen, wie erhofft. Und damit war der Gedanke, nur einen einzigen Wurf aufzuziehen und unser damals kleines Collieduett lediglich um eine kleine blaue Hündin zu ergänzen, vom Tisch. Es blieb unser Toni, der Erstgeborene, im Wesen bislang unerreicht.
In unserer Zuchtstätte werden nur gelegentlich Welpen aufgezogen, gelegentlich heißt damit nicht jährlich. Nachwuchs gibt es dann, wenn zeitlich alles "rund" ist und die realistische Möglichkeit besteht, einen Welpen für die eigene Familie aufzuziehen, Verkaufswürfe entfallen damit. Unsere Welpen erhalten eine international anerkannte VDH-Ahnentafel. Unsere Collies erfüllen alle gesundheitlichen Vorgaben für die Zuchtgenehmigung im Club für Britische Hütehunde (VDH), die neben den allgemeinen klinischen Untersuchungen (Augenuntersuchung vom qualifizierten Opthalmologen, HD-Auswertung vom FCI-Gutachter Dr. A. Koch) momentan 7 weitere Gentests vorschreiben. Alle besitzen das collietypisch freundliche, aufmerksame Wesen, was mich an der Rasse, neben ihrer Schönheit, so begeistert. Auch sind unsere Collies bislang frei von Zahnfehlern. Der regelmäßig zu erbringende Sachkundenachweis wird unter Inanspruchnahme aller angebotenen Möglichkeiten über Tierarztvorträge, div. Webinare u. Clubveranstaltungen laufend aktualisiert, denn man lernt bekanntlich nie aus.
Unsere Oldies haben selbstverständlich weiter ihren Platz in der Familie, denn es erschließt sich mir nicht, weshalb ein Hund, der hier geboren und/oder aufgewachsen ist und uns jahrelang die Treue hält, im Alter sein Zuhause verlieren sollte. Unsere Oldies sind kastriert. Besonders dankbar bin ich dafür, dass unsere Hündinnen, mit denen die Zucht vor über 20 Jahren begann, das rassedurchschnittliche Alter des Collies überschritten haben und fast alle 14 bzw. älter als 15 Jahre alt werden durften.
Unsere Hunde sind fester Bestandteil der Familie und haben ihren Platz im Haus, feste Ruhezeiten gehören zum Tagesablauf. Sie können sich je nach Wetter auf einem Großteil unseres Grundstücks frei bewegen und freuen sich (noch mehr) auf ihre regelmäßigen Spaziergänge in und um unser Dörfchen, durch weitläufige Wiesen und die Natur. Unsere Welpen werden in der Familie im Wohnbereich geboren und dort mit aller Sorgfalt und Erfahrung aufgezogen, haben natürlich mit zunehmendem Alter regelmäßigen Freilandaufenthalt und werden bestmöglich sozialisiert. Zwinger gab und gibt es keine.
Für die Zukunft wird es oberste Priorität haben, keine DM-betroffenen Welpen aufzuziehen. Nur wer einen DM-betroffenen Hund bis zum Schluss und mit allen Facetten dieser Erkrankung begleitet hat, kann das nachvollziehen. Der Verweis einiger Theoretiker auf "schmerzfrei" oder "nicht nachweisbar" dieser Rückenmarkserkrankung ist damit komplett entbehrlich. Wie man mit der Thematik MDR 1 umgeht, bleibt jedem selbst überlassen, denn eine Erkrankung ist dieser Genstatus der Blut-Hirn-Schranke, der auch beim Menschen zu finden ist, definitiv nicht. Heißt, ein MDR 1 -/- Hund ist ebensowenig "krank", wie ein nicht betroffener Hund als "gesund" präsentiert werden sollte. Meine MDR 1 -/- "betroffenen" Hunde wurden ohne nennenswerte Erkrankungen alle mehr als 14 bzw. mehr als 15 Jahre alt und haben den Tierarzt meist nur zum jährlichen Impftermin gesehen. Langlebigkeit bei guter Gesundheit ist damit ein persönliches Zuchtziel. Welpenkäufer, die auch nach der Übernahme ihres Welpen weiter gern lockeren Kontakt zum Züchter halten möchten, sind für mich ein Optimum. Dass es bei meinen wenigen Würfen in dem langen Zeitraum doch einige Familien gibt, die schon dem 3. Collie in Folge ein liebes Zuhause gegeben haben, spricht für das Vertrauen, was in einen Züchter gesetzt wird und dem man sich verpflichtet fühlen sollte. Interessenten an der Rasse generell oder einem Welpen lerne ich daher gern so zeitig wie möglich kennen - nicht erst bei Abholung des Welpen. Gern können Interessenten nach Terminabsprache unsere Collies auf einem ausgiebigen Spaziergang und anschließendem Kaffeeklatsch kennenlernen. Wie unsere Welpenaufzucht abläuft, finden Sie ausführlich auf der Seite "Welpenaufzucht".
Ein Hinweis zur Pflege: Ein Langhaarcollie ist bei Weitem nicht "sooo" pflegeaufwändig, wie die meisten vermuten, die regelmäßige Grundpflege vorausgesetzt. Und nein, er muss/soll/darf auf gar keinen Fall regelmäßig gebadet werden! Auch wer vermutet, der Hund muss wöchentlich oder täglich gebürstet werden, liegt falsch. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass der Collie in seiner Fellpracht natürlich auch ganzjährig "fusselt" - man sollte also eine gute Fussselbürste und Staubsauger im Haus haben, genügend Humor besitzen und ganz sicher nicht pingeling sein, denn wen das sprichwörtliche "Haar in der Suppe" stört, der sollte im beiderseitigen Interesse nach einer anderen Rasse Ausschau halten. Den Collie allerdings als "pflegeleicht" zu bezeichnen, ist auch nicht korrekt, man muss schon ab und an Bürste und Schere zur Hand nehmen :) - ein ungepflegter Collie ist kein schöner Anblick.
Der Collie ist ein leichtführiger, auf seine Familie eingestellter Hund, der sehr feinfühlig, nicht jedoch ängstlich, ist. Er ist sehr anpassungsfähig und besitzt ganz feine "Antennen"- die jeweilige Stimmung des Besitzers entgeht dem aufmerksamen Collie nicht. Er wünscht sich daher ausgeglichene, zuverlässige und bewegungsfreudige Besitzer und ist allen Aktivitäten "mit seinen/m Menschen" gegenüber aufgeschlossen - denn dabei sein ist alles.
Wir freuen uns darüber, unseren Nachwuchs auch außerhalb Deutschlands in guten Händen zu wissen und durch unser schönes Hobby schon in ganz Europa viele liebe Freundschaften geknüpft zu haben. Einige Hunde besitzen eine Begleithund- oder Therapiehundprüfung, andere wiederum gingen in andere VDH-Zuchtstätten und führen damit "blue fascinations" in ihren Ahnentafeln. Unsere Nachzuchten leben in Belgien, den Niederlanden, Polen, Bulgarien, der Schweiz und natürlich deutschlandweit verteilt. Unser "weitester" Welpe lebt in der Nähe von Varna in Bulgarien und wurde vom neuen Frauchen mit dem Flieger abgeholt ... wer hätte das gedacht! Und auch nach mittlerweile 113 Jahren wissen wir immer noch, wie es unseren "Ausländern" so geht :), haben wir doch weiterhin einen guten Kontakt zu den Besitzern.
Ein großes Dankeschön geht an alle unsere Colliebesitzer, die uns regelmäßig auf dem Laufenden halten und damit so einen Einblick in die Entwicklung unserer "Ehemaligen" ermöglichen. Ebenso ein liebes Dankeschön an die langjährigen Züchterkollegen, die mich immer wieder aus ihren Erfahrungen lernen lassen und bei so mancher Zuchtplanung mit Rat und Tat unterstützt haben. Denn wie sagt man so schön: man lernt doch tatsächlich nie aus ;-)
Copyright Texte und Foto: S. Jaenecke
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